Ein Abenteuer in der Sportabteilung

Kleider kaufen im Alltag

Letzte Woche machte ich einen kleinen Shoppingausflug. Irgendwo zwischen der Suche nach neuen Herbststiefel und einem Zwischenstopp im Buchladen, landete ich bei H&M.

Genauer gesagt in deren Sportbekleidungsabteilung.

„Super“, dachte ich mir, „da komme ich günstig an eine neue Sportleggins!“. Falsch gedacht!

Eine H&M-Sportleggins kostet mehr als eine herkömmliche Nike-Leggins und Nike ist immerhin hauptberuflich Hersteller von Sportartikeln. Sport ist von einem Hobby zum gefühlten Grundbedürfnis für Viele geworden. Das freut nicht nur das Bundesamt für Gesundheit oder vielleicht die Partnerin oder den Partner, nein auch die Hersteller von Sportartikel sind hellauf begeistert.

Daher ist dir sicher auch aufgefallen, dass in allen grösseren Kleiderläden neben den normalen Kleiderlinien auch Eigenmarken für Sport aufgetaucht sind. Da ich begeistert Sport treibe und auch gerne günstigere Angebot shoppe (falls sie denn überhaupt günstiger sind), fand ich das Anfangs toll. Ist ja Wurst ob die Leggins von Nike ist oder von H&M.

Hauptsache sie ist bequem oder? Leider ist das nur die halbe Wahrheit.

Pleiten, Pech und Pannen

Das erste Problem ist die Frage: Was sind denn beispielsweis gute Sportleggins? Sollen sie aus Baumwolle sein oder aus irgendeinem synthetischen Gemisch?

Bei den Synthetik-Leggins rate ich dir Vorsicht walten zu lassen. Auch wenn da drauf steht, die Leggings sei saugfähig und hätte einen Super-Trocknungs-Effekt (weswegen man auch gleich ein Patent darauf erlassen habe), heisst das nichts.

Oder fändest du es lustig, wenn du nach einmaligem Waschen doppelt in die Leggins passen würdest? Und es ist ja nicht so, dass ich nach einmal Sport treiben, abgenommen hätte. Weiteres Ungemach droht, wenn das Kleidungsstück überhaupt keinen Super-Trocknung-Effekt hat. Ich habe einmal ganze fünf Stunden gewartet bis das Oberteil einer Billigmarke endlich trocken war.

Ich hab mir zwar vor kurzem so einen kleinen, feinen Waschtrockner angeschafft, der nicht zu viel Platz in der Wohnung benötigt und der selbst meine sehr anfälligen Sportsachen trocknet. Aber den benütze ich aus Kostengründen nur im Winter. Den Rest der Zeit setze ich die gute alte Wäscheleine. Damit die Kleider allerdings nicht schon nach einigen Durchgängen kaputt sind, gibt es einiges zu beachten:

Regeln und Tipps für die Pflege

Grundsätzlich solltest du Sportkleidungstücke nach Gebrauch immer gut trocknen lassen. Ebenso wichtig ist das richtige Waschmittel.

Bei 30° Grad werden nicht alle Bakterien zerstört und herkömmliche Waschmittel sind ungeeignet. Besser sind Spezialwaschmittel, welche speziell für deine Sportbekleidung entwickelt wurden und eine zusätzliche Bakterienbekämpfung bieten.

Auch eine lange Lagerung im Wäschekorb ist nicht empfehlenswert. Das heisst nicht, dass deine Waschmaschine non-stop laufen muss, eine kurze Handwäsche reicht da schon. Wenn du dann mal einige gebrauchte Leggins zusammen hast und die Waschmaschine anwirfst, achte auf einen Schonwaschgang vor allem bei Spezialgewebe.

Zusätzlich solltest du sparsam mit dem Weichspüler umgehen und wenn möglich ganz darauf verzichten. Denn dieser kann das Gewebe verkleben, womit die viel gepriesene Atmungsaktivität des Stoffes dahin wäre.

(Und keine Sorge falls dir dieser Umstand nicht bewusst war, nach mehrmaligen, normalen Waschen geht der Weichspüler meistens wieder raus.)

Die Qual der Wahl

Die Oben genannten Tipps sind allerdings nur die Spitze des Eisberges, wenn es um Sportbekleidung geht. Wer mag denn schon nach dem Sport noch grossartig über das „Wie“ des Waschens nachdenken?

Oder 80 Euro für eine H&M-Leggins Made in Bangladesch ausgeben?

Überhaupt ist alles rund um den Sport auch ein bisschen zum Denksport geworden. Schliesslich muss man immer genau lesen, was man da kauft und das Angebot ist manchmal schier überwältigend. Die H&M-Leggins zum Beispiel, war eine Outdoor-Leggins. Da denkst du vielleicht, damit ist alles erklärt, aber du weisst ja: Falsch gedacht! Outdoor heisst die Leggins ist für draussen gedacht.

Nur welches „draussen“?

Im Frühling wird dir mit der Leggins zu warm, im Winter dann doch nicht warm genug und eigentlich wollte man die ja auch nur kaufen wegen den netten Silberstreifen am Rande. In der Umkleidekabine ist es sowieso immer 25°Grad Celsius. Wie soll man sich da entscheiden? Vor allem weil es noch vier andere Leggins mit Spezialfunktion im Angebot hat. Um zu sehen, ob diese Funktionen überhaupt relevant sind, müsste man gleich im Laden selbst Sport treiben.

Was ich dir aber aus Erfahrung nicht empfehlen würde. 😉

Rätselraten in der Sportabteilung

Doch es ist nicht nur die Kleidung, welche einen ab und an rätseln lässt. Ich bin tatsächlich auch schon vor einem Regal in der Sportabteilung gestanden und habe Tools gefunden, deren Existenz mir nicht geläufig war.

Ganz zu schweigen davon, hatte ich auch keine Ahnung, dass ich sowas überhaupt je brauchen könnte. Von speziellen Unterwasser-Kopfhörern zum Sportschuh, welcher deine Leistung misst, es hing alles an der Wand.

Würdest du das alles kaufen, wärst du ganz schön beladen auf den Joggingwegen unterwegs oder beim Gewichte stemmen. Lächerlich aussehen würde das Ganze auch. Du weisst ja was man sagt:

Weniger ist mehr. Und das stimmt hier auch. Meiner Erfahrung nach ist Sport in fast allen Klamotten möglich und macht erst noch mehr Spass, wenn man nicht dauernd seinen Puls kontrollieren muss. Falls du trotzdem neue Sportbekleidung brauchst, schau genau hin und mach dich darauf gefasst ein paar Mal daneben zu greifen.

Wobei Sportkleidung heutzutage auch abseits vom Fitnessraum total „in“ ist und daher auch ganz einfach so getragen werden kann. Am Besten ist es ein paar Marken auszuprobieren und dann bei einer zu bleiben, die dir passt. Dabei ist es egal, ob es eine traditionelle Sportartikelmarke ist oder der normaler Detailhändler.

Hauptsache, du bist zufrieden.